Brand Guidelines aus dem Webauftritt ableiten
Der Webauftritt einer Marke kommuniziert ihre Identität — durch die Sprache, die sie wählt, die Spannungsfelder, die sie navigiert, und das, was sie bewusst nie sagt.
Dieser Intent extrahiert daraus ein internes Leitdokument, mit dem dein Kommunikations- und Marketingteam direkt arbeiten kann: Identität, Verhaltensrichtlinien, Tonalität und Stimme — begründet, nicht behauptet.
Gleichzeitig ist er ein scharfes Diagnosewerkzeug: Er zeigt dir, wie Außenstehende die Marke tatsächlich wahrnehmen — und wo Selbstbild und Fremdwahrnehmung auseinanderklaffen.
Der einfache (und naive) Prompt
„Analysiere diese Website und erstelle daraus Brand Guidelines“
Was kann schon schiefgehen? — Kommt dir bestimmt bekannt vor.
- Du führst denselben Prompt zweimal aus und bekommst zwei verschiedene Markenpersönlichkeiten — weil nichts im Prompt festlegt, welche Signale das Modell aufgreift und welche es ignoriert.
- Das Ergebnis klingt plausibel, aber du kannst nicht nachvollziehen, was wirklich auf der Website steht oder was das Modell frei dazuerfunden hat. Keine Aussage lässt sich zur Quelle zurückverfolgen.
- Es findet keinerlei Validierung statt. Direktiven wie „sei authentisch“ gehen in Produktion, ohne dass jemand prüft, ob sie auf einer echten Identitätsaussage basieren — oder überhaupt etwas bedeuten.
Sharp Definition
Gute Ergebnisse entstehen, wenn du präzise und explizit formulierst, was du brauchst. Die Sharp Definition unten ist direkt einsetzbar — passe beliebige Werte an, dann kopiere die Definition. Prompt Engineering ist kaum nötig.
Context
| Direktive | Deklaration |
|---|---|
| audience: | |
| purpose: | |
| purpose: | |
| background: |
Task
| Direktive | Deklaration |
|---|---|
| action: | |
| step: | |
| constraint: | |
| guidance: |
Input
| Direktive | Deklaration |
|---|---|
| source: |
Output
| Direktive | Deklaration |
|---|---|
| deliverable: | |
| tone: | |
| voice: | |
| format: | |
| headline: | |
| section: | |
| section: | |
| example: | |
| section: | |
| example: | |
| section: | |
| section: | |
| constraint: | |
| guidance: | |
| headline: | |
| section: | |
| section: | |
| section: | |
| section: | |
| section: | |
| validation: | |
| constraint: | |
| rule: | |
| bad example: | |
| constraint: |
Passe beliebige Werte an deine Ziele an, dann kopiere den fertigen Prompt.
Die volle SharpIntent-Erfahrung kommt bald.
Fehlermodi
| Modus | Auswirkung | Ursache |
|---|---|---|
| Außenperspektive | Die Guidelines beschreiben die Marke von außen („die Website verwendet …“) statt aus der Innensicht heraus zu formulieren | Fehlende Output-Einschränkung, die Quelle nicht als Quelle zu behandeln |
| Halluzinierte Werte | Markenwerte als Tatsachen dargestellt, ohne Verankerung in veröffentlichten Inhalten | Keine Anleitung, beobachtete Signale von Modellinferenz zu unterscheiden |
| Sloganstapel | Direktiven ohne Argumentationskette (z. B. „sei authentisch“ ohne Begründung) | Fehlende Identitätsanweisung, Aussagen zu begründen statt nur zu behaupten |
| Schwebende Direktiven | Verhaltensrichtlinien ohne Verbindung zu Identitätsaussagen | Keine Validierungsregel, die Verhalten an Überzeugung knüpft („Weil wir an X glauben, tun wir immer/nie Y“) |
| Thema statt Marke | CMS-Framework-Defaults als bewusste Markenentscheidungen dokumentiert | Keine Unterscheidung zwischen bewussten Entscheidungen und Template-Artefakten |
| Schablonenausgabe | Generisches Guideline-Dokument mit ausgetauschtem Firmennamen | Keine Anforderungen an Abschnittsstruktur, Ton oder Stimme in der Output-Spezifikation |
| Homepage-Tunnelblick | Nur die Startseite analysiert, Sub-Brands und Produktseiten ignoriert | Kein Schritt, Top-Level-Links über die Landingpage hinaus zu verfolgen |
Anpassungsleitfaden
| Anpassung | Warum | Wo |
|---|---|---|
| Input eingrenzen | Standardmäßig wird breit erfasst. Wenn du weißt, wo die Markenstimme lebt, vermeidet gezieltes Verweisen Rauschen durch Template-Seiten, Stellenausschreibungen oder veraltete Inhalte, die nicht die aktuelle Marke widerspiegeln. | Das 15-Seiten-Limit anpassen und spezifische URL-Pfade unter Input → source ergänzen (z. B. „https://example.com — Fokus auf /about, /team, /products, /blog und /careers überspringen“) |
| Dritte Hauptüberschrift ergänzen | Die Standardstruktur deckt Identität und Verhalten ab. Marken mit ausgeprägtem Designsystem brauchen einen Abschnitt, der Sprachentscheidungen mit visuellen verknüpft — sonst existieren die Guidelines in einem Silo, das das Designteam ignoriert. | Einen neuen Headline-Eintrag unter Output nach Verhaltensrichtlinien hinzufügen — z. B. „Visuell-verbale Brücke“ (wie verbale Identität mit Layout, Typografie und Bildsprache zusammenhängt) |
| Abschnitt ersetzen | Die Standardversion geht von einer durchgängigen Rolle aus. Multikanal-Marken brauchen Guidelines, die anerkennen, dass sich der Ton je nach Oberfläche verschiebt — und die Grenzen dieser Verschiebung definieren. | „Welche Rolle wir in ihrem Leben spielen“ durch „Wie wir auf verschiedenen Kanälen auftreten“ ersetzen, wenn die Marke kontextabhängig deutlich variiert (Retail vs. Digital, Social vs. Redaktion) |
| Beispiele entfernen | Die Arc’teryx-artigen Beispiele setzen den Qualitätsmaßstab, verzerren aber auch die Ausgabe. Entfernst du sie (oder ersetzt sie durch eines aus deiner Branche), findet das Modell eine Stimme, die zu deiner Marke passt — statt das Beispiel nachzuahmen. | Die zwei Beispielzeilen unter Identität löschen, wenn deine Branche weit von Outdoor/Technik entfernt ist — sie lenken das Modell in diese Richtung |
| Zielgruppe ändern | Die Zielgruppe steuert den Abstraktionsgrad. Interne Strategen brauchen Argumentationsketten. Ein Agenturteam braucht konkrete Dos und Don’ts. Ein Produktteam braucht Terminologieregeln und Tonalität pro Oberfläche. Dieselbe Marke, unterschiedliches Dokument. | Context → audience von „Personen, die Marke und Identität definieren“ an deine tatsächlichen Leser anpassen — z. B. „Agentur-Kreativteam beim Onboarding auf den Account“ oder „Produkt- und Engineering-Leads, die Marke in UI-Texte integrieren“ |
| Fokus auf visuelles Design | Der Standard fokussiert auf verbale Identität. Wenn die größte Lücke deines Teams visuelle Konsistenz ist — wie Seiten aufgebaut werden, was CMS-Komponenten bedeuten, wie Bildsprache den Ton verstärkt — richte den Verhaltensabschnitt auf Designentscheidungen aus, die auf denselben Identitätsaussagen gründen. | Abschnitte unter Verhaltensrichtlinien durch designorientierte ersetzen: „Layoutprinzipien und räumliche Hierarchie“, „Typografie und Schriftpaarung“, „CMS-Komponentenverwendung“, „Bildauswahlkriterien und Fotografie-Richtung“ |